Dieses Forum nutzt Cookies
Dieses Forum verwendet Cookies, um deine Login-Informationen zu speichern, wenn du registriert bist, und deinen letzten Besuch, wenn du es nicht bist. Cookies sind kleine Textdokumente, die auf deinem Computer gespeichert sind; Die von diesem Forum gesetzten Cookies düfen nur auf dieser Website verwendet werden und stellen kein Sicherheitsrisiko dar. Cookies auf diesem Forum speichern auch die spezifischen Themen, die du gelesen hast und wann du zum letzten Mal gelesen hast. Bitte bestätige, ob du diese Cookies akzeptierst oder ablehnst.

Ein Cookie wird in deinem Browser unabhängig von der Wahl gespeichert, um zu verhindern, dass dir diese Frage erneut gestellt wird. Du kannst deine Cookie-Einstellungen jederzeit über den Link in der Fußzeile ändern.

THE DARKEST HOUR IS A MULTIFANDOM - FANTASY / SUPERNATURAL THEMED, SKELETON, MATURE & INTERACTIVE ROLEPLAY. IF YOU’RE INTERESTED IN SURREAL MAGIC, POLITICS, ANGST, EERIE AND UNSOLVED MYSTERIES, JOIN TODAY !!
Die Apokalypse. Das ist das Wort, das Ihnen in den Sinn kommt, als Sie auf dem Boden aufwachen, Ihr Körper schmerzt und Ihr Geist wird von alptraumhaften Erinnerungen überflutet. Vor wenigen Augenblicken hatten Sie noch ein ruhiges Leben geführt. Dann begann die Erde unter Ihren Füßen zu beben. Um Sie herum stürzte alles ein. Die Berge zerbrachen. Die Städte waren nicht mehr. Die Ozeane verschlangen alles. Tausende von Menschen starben in weniger als 60 Sekunden. Dann wurde es stockfinster. Aber jetzt sind Sie hier und leben. Aber definitiv nicht dort, wo Sie kurz zuvor waren. Oder vielleicht hat die Umgebung so viel von diesem schrecklichen Zorn abbekommen, dass sie sich nicht mehr ähnelt? Ein Blitz am Himmel lässt Sie den Kopf heben und Ihnen wird klar, dass Ihre Reise noch lange nicht zu Ende ist.

ALEXA
    

DOM
    



» 1 Teammitglied online
Celaena Sardothian
» PN senden
Vor weniger als 1 Minute
  • Szenen-Informationen bearbeiten
  • Padmé Amidala
    25 Jahre
    Mensch
    gut
    Colosseus
    28
    9
    Gestern, 21:41,
    life energy

    OFF
    Padmé Amidala 
    played/by alexa


    Freedom cannot be born from the same cruelty that forged the chains
    Tempel der Whills
    08 mai 2022
    obi-wan & padmé
    We will not give tyranny the ruins it needs to call itself innocent.
    Padmé hatte nie daran geglaubt, dass ein Ort unschuldig blieb, nur weil seine Mauern alt waren. NiJedha versuchte es dennoch. Die Stadt trug ihre Geschichte wie ein Gebet auf den Lippen, in den roten Roben der Pilger, in den abgetretenen Stufen der Tempelwege, in den stillen Blicken der Gelehrten, die zwischen imperialen Patrouillen hindurchgingen, als hätten sie gelernt, sogar Ehrfurcht leise zu tragen. Über allem erhob sich der Große Tempel der Whills, gewaltig und unbeugsam, ein Bauwerk, das nicht nur Stein war, sondern Erinnerung, Mahnung und Trotz zugleich. Doch Padmé spürte, dass unter diesem heiligen Schweigen etwas anderes lag, etwas Schweres, Gereiztes, beinahe Krankes, als hätte Colosseus selbst zu lange zugesehen, wie Männer seine Wunden in Einnahmequellen verwandelten. Die Insel war kein Ort, der Besucher willkommen hieß. Sie duldete sie. Sie duldete die Arena, die über Blut, Jubel und Wetten gebaut worden war. Sie duldete die Mine, aus der die Monster vertrieben worden waren, bevor man sie später wieder in Ketten gelegt und zur Belustigung gegen Krieger gehetzt hatte. Sie duldete die Bibliothek, dieses alte Herz aus Stein, Rohrschächten und Datenkernen, das noch immer Wissen bewahrte, während ringsum alles danach strebte, Wahrheit zu verkaufen, zu beugen oder auszulöschen. Padmé spürte diesen Widerspruch mit jedem Schritt, während sie einem schmalen Gang unterhalb des Tempelbezirks folgte, fort von den offenen Straßen, fort von den Augen der Stormtrooper, fort von den Pilgern, die ihre roten Gewänder wie kleine Flammen durch die graue Stadt trugen. Die Luft roch nach Staub, feuchtem Stein und altem Metall. In den Wänden verliefen Leitungen, manche tot, manche noch warm, manche mit einem leisen Pulsieren, das mehr an einen Körper erinnerte als an eine Maschine. Über ihr lag die Bibliothek mit ihren Aufzeichnungen über Welten, Völker, Kriege, Bündnisse, Glaubensrichtungen, Untergänge und Wiedergeburten, doch hier unten, in den verborgenen Gängen, fühlte sich dieses Wissen weniger wie ein Schatz an als wie etwas, das belagert wurde. Padmé hatte nur wenige Stunden zwischen den Archiven verbracht, genug, um zu begreifen, warum man sie nicht zerstört hatte. Wissen war nützlicher, wenn man es kontrollierte. Geschichte war gefährlicher, wenn man sie auswählte. Und eine Stadt wie NiJedha, voll von Gläubigen, Flüchtlingen, Kämpfern, Priestern, Schmugglern, Besatzern und verzweifelten Menschen, ließ sich leichter lenken, solange niemand genau wusste, wer zuerst Blut vergossen hatte. Sie zog den Mantel enger um sich, nicht aus Kälte, sondern weil die Enge der Gänge sie an andere Fluchten erinnerte, an Palastkorridore während der Invasion von Naboo, an Türen, die sich zu langsam geöffnet hatten, an Gesichter, die auf sie gesehen hatten, als könne eine Königin allein eine Armee aufhalten. Damals hatte sie gelernt, dass Würde nicht bedeutete, keine Angst zu haben. Würde bedeutete, der Angst nicht zu erlauben, für einen zu entscheiden. Dieser Gedanke begleitete sie, als der Gang sich zu einem verborgenen Raum öffnete, der tief genug unter dem Tempel lag, dass der Lärm der Stadt nur noch als dumpfes Zittern durch den Stein drang. Es war kein Ratssaal, keine Kommandozentrale, kein Ort für offizielle Bündnisse. Es war ein Versteck, hastig zusammengesetzt aus Überleben. Kisten dienten als Tische, alte Kabel hingen wie schwarze Wurzeln von der Decke, ein beschädigter Projektor warf ein flackerndes Abbild der Insel in die Mitte. Karten bedeckten die Wände, keine davon sauber, keine vollständig. Sie waren übereinander geheftet, eingerissen, mit Kohle beschriftet, mit roten und blauen Markierungen durchzogen, manche mit Blut verschmiert oder an den Rändern verbrannt. Padmé sah NiJedha von oben, die gewaltige Mauer, den Tempel, die Straßen, die Kontrollpunkte, die imperialen Panzerstellungen. Daneben Abyss, kreisrund, ordentlich, monströs, zu präzise für einen Ort, der angeblich nur dem Chaos der Unterhaltung diente. Unter der Arena lagen Ebenen, die in keinem offiziellen Plan existierten. Käfige. Haltezellen. Versorgungstunnel. Gänge, die zu den alten Minenschächten führten. Weitere Linien zogen sich von dort in die Tiefe, als hätte jemand versucht, die Adern einer verwundeten Insel nachzuzeichnen. Saw Gerrera stand auf der anderen Seite des Hologramms und wirkte auf Padmé im ersten Moment weniger wie ein Mann als wie die Summe aller Kriege, die er überlebt hatte. Er trug Misstrauen wie andere eine Uniform. Selbst unbewegt wirkte er nicht ruhig, sondern angespannt, als sei sein Körper längst daran gewöhnt, Verrat früher zu erwarten als Hoffnung. Um ihn herum warteten Partisanen, einige verwundet, manche erschöpft, andere mit jener fiebrigen Wachsamkeit in den Augen, die Padmé von Menschen kannte, die zu lange gegen etwas gekämpft hatten, das größer war als sie selbst. Niemand im Raum sah sie an wie eine Retterin. Das war ihr lieber. Retter wurden erhöht, benutzt und später verantwortlich gemacht, wenn Wunder ausblieben.

    Ihr Blick blieb an einer schwarzen Linie hängen, die von den unteren Bereichen der Bibliothek aus durch alte Rohrschächte führte, vorbei am Kernzugang, weiter in Richtung Mine und von dort unter den Abyss. Ein geheimer Weg, älter als die Arena, älter als die Besatzer, vielleicht sogar älter als die meisten Mauern der Stadt. Er war mit Warnsymbolen versehen, nicht nur von den Partisanen. Einige Zeichen stammten aus älteren Zeiten, kantig und fremd, eindeutig nicht als Einladung gedacht. Saw erklärte knapp, was seine Leute herausgefunden hatten. Die südlichen Rohrschächte waren beschädigt, aber passierbar. Der westliche Zugang wurde von imperialen Sensoren überwacht. Der nördliche führte zu nah an Kammern heran, aus denen niemand zuverlässig zurückkehrte. Und der schwarze Weg unter der Bibliothek führte direkt zu den unteren Ebenen der Arena, zu den Gefangenen, zu den Käfigen, vielleicht sogar zu den Räumen, in denen die Gründer ihre Rekrutierungen, Transporte und Verträge dokumentierten. Padmé hörte zu, ohne ihn zu unterbrechen. Sie nahm jede Einzelheit auf, jede Markierung, jede Lücke, jede Stelle, an der ein Plan nicht mehr aus Strategie bestand, sondern aus Hoffnung. Sie hatte genug militärische Lagebesprechungen erlebt, um zu wissen, wann Karten ehrlich waren und wann sie nur den Mut derer widerspiegelten, die sie gezeichnet hatten. Diese hier waren beides. Ehrlich in ihrer Hässlichkeit, verzweifelt in ihrem Ziel. Es gab Verletzte, deren Verbände nicht oft genug gewechselt worden waren. Es gab Waffen, die aus drei verschiedenen Modellen zusammengesetzt wirkten. Es gab Munition, aber nicht genug. Es gab Entschlossenheit, mehr als genug und genau das machte Padmé Sorge. Entschlossenheit konnte ein Licht sein, doch in den Händen der Verzweifelten wurde sie leicht zu Feuer. Saw musste nicht lange erklären, was er vorhatte. Es stand in jeder Linie der Karte, in den markierten Stützpfeilern unter den südlichen Rängen, in den Sprengpunkten, in den Fluchtrouten, die nicht nach Rettung aussahen, sondern nach einer Möglichkeit für jene, die schnell genug, stark genug oder wütend genug waren, um den Einsturz zu überleben. Padmé betrachtete die Arena auf dem Hologramm und für einen Augenblick sah sie nicht Stein, Metall und Sitzränge, sondern Gesichter. Menschen, die im Zirkus des Schicksals in erniedrigende Rollen gezwungen wurden. Monster, die aus ihrer Mine vertrieben worden waren und nun selbst Menschen fingen, weil Schmerz manchmal dort nach Macht griff, wo Gerechtigkeit unerreichbar blieb. Kämpfer, denen Ruhm versprochen worden war, bis Ruhm sich in Besitz verwandelte. Diener, Arbeiter, Boten, Pilger, Wettenläufer, vielleicht Kinder, all jene, die in offiziellen Zahlen nie auftauchten, weil sie für ein System unbequem waren, das sich als Unterhaltung verkaufte. Wenn die Arena fiel, würden nicht nur Schuldige unter ihr begraben werden. Trümmer unterschieden nicht zwischen denen, die Ketten schlossen und denen, die sie trugen. Sprengstoff fragte nicht nach Namen, nicht nach Absicht, nicht nach Schuld. Und doch wusste sie, wie leicht es gewesen wäre, Saw zu verurteilen, wenn man seine Verluste nicht mitdachte. Er war nicht aus Grausamkeit hier. Das machte ihn gefährlicher. Grausamkeit ließ sich entlarven. Verzweiflung konnte sich selbst als Gerechtigkeit verkleiden und dabei so überzeugend klingen, dass selbst gute Menschen aufhörten, Fragen zu stellen. Padmé hatte diese Sprache im Senat gehört, nur in feineren Stoffen, mit ruhigeren Stimmen und höflicheren Begriffen. Sicherheit. Ordnung. Notwendigkeit. Kollateralschaden. Man sagte die Worte anders, wenn man in Marmorsälen stand, aber das Ergebnis war zu oft dasselbe: Einige mussten geopfert werden, damit andere behaupten konnten, sie hätten gehandelt.

    Sie legte beide Hände an den Rand der Kiste, auf der das Hologramm flackerte und zwang sich, langsam zu atmen. In ihr regte sich Zorn, nicht weniger als in diesem Raum, nur anders geformt. Sie war wütend auf die Insel, auf die Gründer, auf Ares, dessen Einfluss wie unsichtbare Hitze über dieser Welt lag, auf das Imperium, das in heiligen Straßen Panzer stehen ließ und sich Ordnung nannte, auf die Monster, die ihren Schmerz weitergaben und auf die Menschen, die Grausamkeit bezahlten, solange sie nur weit genug von ihren eigenen Häusern entfernt stattfand. Aber Zorn durfte nicht die Hand führen. Nicht hier. Nicht an einem Ort, der genau davon lebte, jedes Gefühl in Kampf zu verwandeln. „Das ist keine Befreiung, wenn wir die Gefangenen unter den Mauern begraben“, sagte sie leise. Der Satz war kein Angriff, aber er zog eine Grenze. Einige Partisanen spannten sich an und Padmé spürte sofort, wie sich die Luft im Raum veränderte. Sie hatte nicht nur einen Plan kritisiert. Sie hatte das einzige Gefühl berührt, das diesen Menschen vielleicht noch Macht gab. Für einen Augenblick fragte sie sich, ob das der grausamste Teil von Unterdrückung war: dass sie die Vorstellung von Rettung so sehr verkleinerte, bis Zerstörung wie der einzige Beweis von Freiheit wirkte. Doch sie konnte nicht schweigen, nur weil ihre Ablehnung schmerzte. In den Archiven mussten Beweise liegen: Namen der Verschwundenen, Verträge, Zahlungen, Rekrutierungslisten, Verbindungen zu imperialen Stellen. Wenn der Abyss nur zerstört wurde, konnte es sich als Opfer darstellen. Das Imperium konnte NiJedha abriegeln. Ares konnte aus Blut neue Leidenschaft ziehen. Die Monster konnten endgültig als Bestien gelten, die Menschen als Rächer, die Partisanen als Terroristen und die eigentlichen Architekten des Systems würden, wenn sie überlebten, nur lernen, ihre Ketten tiefer zu verbergen. Nein. Der Ort musste nicht nur getroffen werden. Er musste entlarvt werden. Padmé richtete sich langsam auf und sah wieder auf die schwarze Linie. Der gefährlichste Weg. Natürlich war es der gefährlichste. Auf Colosseus führte jede richtige Entscheidung zuerst in die Dunkelheit. Ihr Plan formte sich nicht als Rede, sondern als Notwendigkeit: Zugang durch die Bibliothek, Sicherung der Daten, Öffnung der unteren Käfige, keine wahllose Sprengung, keine entfesselten Monster in den Zuschauerrängen, kein Einsturz, solange nicht feststand, wer sich darunter befand. Die Partisanen konnten Sensoren stören, Wege sichern, Ablenkungen schaffen. Die Pilger mussten gewarnt werden, ohne Panik auszulösen. Die imperialen Kontrollpunkte durften nicht zu früh aufmerksam werden. Und irgendwo zwischen Stein, Wut und Blut musste die Elite gezwungen werden, sichtbar zu werden.

    Während sie darüber nachdachte, wanderten ihre Gedanken erneut zu Naboo zurück. Nicht weil Colosseus ihrer Heimat ähnelte; kaum ein Ort konnte ihr weniger ähneln. Naboo war Wasser, Licht, grüne Hügel, weiche Architektur und Schönheit, die selbst unter Besatzung nicht ganz gebrochen worden war. Colosseus war Erz, Staub, Käfige und ein Berg, dessen Inneres nie hätte geöffnet werden dürfen. Und doch war die Frage dieselbe: Was tat man, wenn ein stärkerer Feind das Leben anderer als Verhandlungsmasse behandelte? Als Königin hatte sie sich geweigert, ihr Volk hinter Protokollen sterben zu lassen. Als Senatorin hatte sie sich geweigert, Krieg als einfache Antwort zu akzeptieren. Hier, zwischen Partisanen und verborgenen Tunneln, fühlten beide Teile ihres Lebens sich nicht wie Gegensätze an, sondern wie zwei Wunden, die sich berührten. Sie konnte Saw verstehen, ohne ihm zu folgen. Sie konnte die Notwendigkeit eines Angriffs sehen, ohne ein Massaker einen Sieg zu nennen. Vielleicht klang das für Menschen, die alles verloren hatten, wie Luxus. Vielleicht war es aber genau das Einzige, was verhinderte, dass der Feind nicht nur Körper zerstörte, sondern auch Maßstäbe. Über ihnen bebte der Stein, ein dumpfer Schlag, gefolgt von fernem Grollen. Vielleicht ein Kampf in der Arena. Vielleicht ein Tor, das sich geschlossen hatte. Vielleicht nur die Insel, die unter den Maschinen ächzte. Padmé dachte an diejenigen, die in diesem Moment unter den Rängen standen, warteten, zitterten, hofften oder längst aufgehört hatten zu hoffen. Sie dachte an Monster in Käfigen, deren Wut man dem Publikum als Natur verkaufte. Sie dachte an Menschen, die erniedrigt wurden, bis sie entweder brachen oder selbst grausam wurden. Sie dachte an Arachtogon, dessen Speichel Fluchtversuche in Strafen verwandelte, an entstellte Kreaturen, die vielleicht einst Namen, Familien und Träume gehabt hatten. Nichts davon passte in eine einfache Karte. Nichts davon durfte unter einer einfachen Explosion verschwinden. Schließlich beugte sie sich wieder über die Projektion und zeigte auf den Tunnel unter der Bibliothek. „Dort beginnen wir.“ Mehr sagte sie zunächst nicht. Ihre Stimme blieb ruhig, obwohl Furcht sehr gegenwärtig in ihr war. Sie fürchtete den Weg durch die alten Schächte. Sie fürchtete die Minen. Sie fürchtete Ares’ Einfluss, der aus jedem gerechten Zorn eine Waffe machen konnte. Sie fürchtete das Imperium, das nur auf einen Anlass wartete, NiJedha noch härter zu würgen. Aber stärker als die Furcht war der Gedanke an die Namen, die irgendwo in den Archiven verborgen lagen, an Leben, die noch nicht verloren sein mussten, an die Möglichkeit, diese Welt nicht nur zu beschädigen, sondern vor sich selbst zu entlarven. Padmé Amidala hatte zu oft erlebt, wie Macht sich hinter Notwendigkeit versteckte. Sie würde nicht zulassen, dass Widerstand dasselbe tat. Über ihnen rollte erneut dumpfer Jubel durch den Stein, fern und grausam. Padmé hob kurz den Blick zur Decke, obwohl dort nichts zu sehen war außer Rohren, Schatten und Staub. Dann sah sie wieder auf die Karte, auf die schwarze Linie, die in die Tiefe führte und wusste, dass jede Entscheidung von nun an Menschenleben kosten konnte. Gerade deshalb musste sie so getroffen werden, als zählte jedes einzelne. „Zeigt mir die Gefangenenebenen“, sagte sie zuletzt, leise genug, dass niemand es für eine Rede halten konnte. „Und alle Wege, auf denen man lebend wieder herauskommt.“


    COLOSSEUS
    1
    0
    Vor 21 Minuten, Junior Member
    played/by


    star_half
    haarfarbe
    star_half
    augenfarbe
    star_half
    größe


    Freedom cannot be born from the same cruelty that forged the chains
    Tempel der Whills
    08 mai 2022
    obi-wan & padmé
    We will not give tyranny the ruins it needs to call itself innocent.
    Obi-Wan hatte Padmé nicht unterbrochen. Nicht, weil er nichts zu sagen gehabt hätte, und auch nicht, weil die Worte der Partisanen ihn weniger beunruhigten als sie. Im Gegenteil. Je länger er in diesem niedrigen, von Kabeln, Staub und flackernden Hologrammen durchzogenen Raum stand, desto deutlicher spürte er, wie dünn die Grenze zwischen Widerstand und Vergeltung geworden war. Sie verlief nicht auf der Karte, nicht entlang der schwarzen Linie unter der Bibliothek und auch nicht zwischen den roten Markierungen der imperialen Kontrollposten. Sie verlief durch jeden einzelnen Menschen in diesem Raum. Durch Saw Gerrera, dessen Zorn eine Form angenommen hatte, die sich kaum noch von Überzeugung unterscheiden ließ. Durch die Partisanen, die mit schlecht verbundenen Wunden und zu festen Griffen um ihre Waffen warteten, als könne allein Entschlossenheit sie vor dem nächsten Verlust schützen. Durch Padmé, die selbst in dieser unterirdischen Enge eine Art von Klarheit bewahrte, die gefährlicher sein konnte als jede Klinge, weil sie Männer zwang, die Rechtfertigungen anzusehen, hinter denen sie sich verbargen. Und, wenn Obi-Wan ehrlich war, auch durch ihn selbst. Es wäre leichter gewesen, den Plan der Partisanen nur als falsch zu betrachten. Leichter, ihn mit der ruhigen Gewissheit eines Jedi abzulehnen, als hätte die Galaxis ihm nicht längst gezeigt, wie oft Verzweiflung dort Wurzeln schlug, wo Geduld nur noch ein anderes Wort für Untergang war. Er verstand Saws Absicht nicht gut genug, um ihr zu vertrauen, aber zu gut, um sie einfach zu verachten. Der Abyss war kein gewöhnliches Übel. Die Arena war eine Maschine, die Körper, Angst, Ehrgeiz und Schmerz fraß und daraus Unterhaltung machte. Der Zirkus des Schicksals war kein Auswuchs dieses Systems, sondern seine Spiegelung. Menschen fingen Monster, Monster fingen Menschen, und irgendwo zwischen beiden Seiten saßen jene, die am meisten davon profitierten, dass die Opfer einander nicht mehr von den Tätern unterscheiden konnten. Obi-Wan betrachtete das Hologramm, die dunkle Linie, die Padmé gewählt hatte, und ließ seinen Blick einen Moment länger auf dem Abschnitt ruhen, der unterhalb der Bibliothek in die alten Rohrschächte führte. Etwas dort unten war nicht still. Er spürte es nicht als klare Warnung, nicht als Vision, nicht als die unmissverständliche Berührung der Macht, die ihn manchmal im Bruchteil eines Herzschlags handeln ließ. Es war vielmehr ein Druck, tief und dumpf, als läge unter NiJedha eine Erinnerung, die zu lange eingeschlossen gewesen war. Die Bibliothek bewahrte Wissen, ja, aber der Stein darunter bewahrte Schmerz. In den alten Minen regte sich etwas, das nicht nur aus den Monstern bestand, die man dort zurückgedrängt hatte.
    Ares’ Einfluss lag über Colosseus wie Hitze vor einem Sturm, schwer zu greifen und doch überall, besonders in jenen Augenblicken, in denen Zorn vernünftig zu klingen begann. Obi-Wan hatte genug Schlachtfelder gesehen, um zu wissen, dass Krieg selten mit einer Lüge begann, die sich wie eine Lüge anhörte. Meist begann er mit etwas, das beinahe wahr war. Jemand musste aufgehalten werden. Jemand musste zahlen. Jemand musste den ersten Schlag führen, bevor alles verloren war. Die gefährlichsten Sätze der Galaxis waren selten die, die von Hass sprachen. Es waren die, die Notwendigkeit beschworen. Er trat näher an die Projektion heran, nicht hastig, nicht zögerlich, sondern mit jener kontrollierten Ruhe, die ihm in Ratssälen, Kampffeldern und feindlichen Hangars gleichermaßen mehr als einmal das Leben gerettet hatte. Das blaue Licht des Hologramms zeichnete Linien über seine Robe, über seine Hände, über den Griff seines Lichtschwerts, der unter dem Stoff verborgen blieb und doch schwerer wog als gewöhnlich. Er war sich bewusst, wie viele Blicke ihm folgten. Für die Partisanen war er nicht nur ein Mann. Er war ein Jedi, und das bedeutete je nach Erfahrung Hoffnung, Misstrauen, Enttäuschung oder eine Waffe, die man gern auf der eigenen Seite sehen wollte. Gerade deshalb hielt er seine Haltung offen, die Hände sichtbar, die Stimme ruhig, als er endlich sprach. „Senatorin Amidala hat recht in einem Punkt, den wir uns nicht leisten können zu übergehen. Wenn der Abyss fällt, bevor die Wahrheit aus seinen Fundamenten gezogen wurde, wird jeder, der dort stirbt, Teil einer Geschichte, die andere erzählen.“ Es war nicht viel, und er ließ es dabei bewenden, weil er wusste, dass jeder Satz zu viel wie Belehrung klingen konnte. Saw mochte Männer verachten, die aus sicherer Entfernung von Maß und Mäßigung sprachen. Obi-Wan konnte es ihm nicht ganz verdenken. Doch er sprach nicht aus sicherer Entfernung. Er stand in demselben Raum, unter demselben Stein, zwischen denselben Entscheidungen. Sein Blick glitt über die Karte, zu den südlichen Stützpfeilern, dann zu den imperialen Sensoren am westlichen Zugang und schließlich zu den alten Minenkammern im Norden. „Der westliche Weg wird zu früh Alarm auslösen. Selbst wenn die Sensoren gestört werden, werden die Imperialen bemerken, dass jemand wollte, dass sie blind sind. Der südliche Schacht ist schneller, aber instabil genug, dass eine größere Gruppe ihn wahrscheinlich nicht übersteht. Der nördliche Zugang…“ Er schwieg einen Moment, nicht theatralisch, sondern weil die Macht dort dunkler rauschte, als hätte etwas in der Tiefe auf seinen Blick geantwortet. „Der nördliche Zugang sollte gemieden werden, solange wir nicht wissen, was dort wartet.“ Mehr erklärte er nicht. Nicht vor allen. Es gab Warnungen, die nur dann Gewicht hatten, wenn man sie nicht mit Begriffen überlud, denen andere ohnehin nicht vertrauten.

    Saw sah ihn scharf an, und Obi-Wan bemerkte, wie dessen Aufmerksamkeit für einen Augenblick von Padmé auf ihn wechselte, prüfend, abwägend, misstrauisch. Das war in Ordnung. Misstrauen war unter diesen Umständen beinahe gesund. „Dann bleibt der schwarze Tunnel“, stellte einer der Partisanen fest, ein Mann mit einer Brandnarbe entlang des Halses und einer Stimme, die rau genug war, um zu verraten, dass Rauch oder Schreie sie beschädigt hatten. Obi-Wan nickte langsam. „Er bleibt der einzige Weg, der uns in die Nähe der Gefangenen bringt, bevor man weiß, dass jemand kommt.“ Er sah wieder auf die unteren Ebenen der Arena. Die Darstellung war unvollständig. Nicht zufällig unvollständig, sondern absichtlich. Manche Bereiche waren zu sauber ausgelassen, manche Gänge endeten an Stellen, an denen keine Wand sein konnte, und zwei der eingezeichneten Versorgungskorridore führten in einem Winkel zueinander, der baulich keinen Sinn ergab, es sei denn, dazwischen lag ein verborgener Raum. Oder eine Schleuse. Oder eine Falle. Die Arena hatte gelernt, sich zu verstecken, nicht vor Besuchern, sondern vor denen, die es durchschauen wollten. „Die Archive müssen zuerst gesichert werden“, sagte Obi-Wan nach einer Weile. „Nicht alle. Nur das, was beweist, wie die Gefangenen dorthin gebracht wurden, wer daran beteiligt ist und wohin jene verschwinden, die nicht mehr in der Arena auftauchen. Namen, Transportwege, Zahlungen, Rekrutierungslisten. Alles andere wird warten müssen.“ Es missfiel ihm, das zu sagen. Ein Teil von ihm wollte jedes Fragment Wissen aus dieser belagerten Bibliothek schützen, jedes alte Manuskript, jede Datei, jedes Echo einer Zivilisation, die vielleicht nur noch dort existierte. Doch eine Rettungsmission scheiterte, wenn sie versuchte, alles auf einmal zu retten. Das war eine Wahrheit, die er nur ungern akzeptierte und doch oft genug hatte lernen müssen. Sein Gedanke streifte Anakin, so plötzlich, dass seine Hand sich beinahe unmerklich schloss. Anakin hätte diesen Raum gehasst. Nicht wegen der Gefahr, nicht wegen der Enge, nicht einmal wegen der Waffen, sondern wegen der Zeit, die zwischen Erkenntnis und Handlung lag. Er hätte die Käfige auf der Karte gesehen und schon den Weg gesucht, nicht den sicheren, sondern den schnellsten. Er hätte Padmés Worte gehört, Saws Zorn gespürt und sich irgendwo zwischen beiden entzündet, überzeugt, dass genug Mut jedes Risiko rechtfertigte. Und Obi-Wan wusste nicht, wo er war. Dieser Gedanke lag seit Stunden unter allem, was er tat, sorgfältig verborgen, aber niemals verschwunden. Anakin war nach ihrem letzten Austausch nicht zurückgekehrt. Eine kurze Nachricht, verstümmelt durch Störungen, hatte von imperialen Frachtbewegungen gesprochen, dann nur noch Rauschen, Dunkelheit und Obi-Wan fand sich in dieser Welt wieder. Die Macht um Colosseus war unruhig, und jedes Mal, wenn Obi-Wan nach seinem ehemaligen Padawan tastete, fand er keinen klaren Faden, sondern Hitze, Metall, Lärm, eine Ferne, die sich nicht deuten ließ. Sorge war für einen Jedi kein nützlicher Begleiter, aber sie war auch kein Fremder. Man konnte sie nicht durch Lehre aus dem Herzen schneiden. Man konnte nur verhindern, dass sie das Steuer übernahm.

    Er zwang sich zurück in den Raum, zurück zur Karte, zurück zu den Leben, die jetzt vor ihnen lagen, nicht zu dem einen Leben, dessen Abwesenheit ihm schwerer auf der Brust lag, als er zeigen durfte. „Wir sollten davon ausgehen, dass die Imperialen bereits nervös sind“, fuhr er fort, und seine Stimme verriet nichts von dem Gedanken, der noch immer in ihm nachhallte. „Wenn sich Gerüchte über Partisanenbewegungen mit Unruhe in der Arena verbinden, werden sie ihre Kontrollpunkte verdichten. Sie müssen nicht wissen, was wir vorhaben, um uns versehentlich den Weg abzuschneiden.“ Einer der jüngeren Kämpfer murmelte etwas über Sturmtruppen und deren Blindheit, doch Obi-Wan überging es nicht aus Arroganz, sondern weil Spott auf dem Schlachtfeld selten lange überlebte. „Unterschätzt sie nicht. Die Besatzung von NiJedha mag grob wirken, aber sie ist nicht zufällig. Panzer in heiligen Straßen sind keine reine Machtdemonstration. Sie sind eine Botschaft. Wer hier Widerstand leistet, soll glauben, dass selbst seine heiligsten Orte bereits besiegt sind.“ Sein Blick hob sich zum Gewölbe, als könne er durch Stein und Rohrleitungen hindurch den Großen Tempel spüren. Ein Ort des Glaubens, umstellt von Soldaten. Eine Bibliothek, die Wissen bewahrte, während darunter Gefangene auf ihre Verwendung warteten. Die Ironie war so bitter, dass selbst ein weniger zynischer Mann sie hätte schmecken können. „Dann sorgen wir dafür, dass diese Botschaft Risse bekommt.“ Es war Saw, der das sagte, oder vielleicht einer seiner Leute; Obi-Wan sah nicht sofort hin, denn sein Blick blieb auf einem kleinen Abschnitt der Karte hängen, der nahe an der Grenze zwischen Bibliothekskern und alten Schächten lag. Dort war eine Wartungskammer eingezeichnet, zu klein für einen Sammelpunkt, zu nah am Hauptrohr, um ungefährlich zu sein, aber ideal, um eine Gruppe aufzuteilen. Von dort aus führten zwei Linien weiter: eine abwärts zu den Gefangenenebenen, eine seitlich zu einem Archivknoten, der wahrscheinlich mit den Datenbanken der Arena verbunden war. Obi-Wan deutete darauf. „Hier. Wenn dieser Knoten noch aktiv ist, kann eine kleine Gruppe die Daten sichern, während die andere zu den Käfigen weitergeht. Keine große Einheit. Zu viele Schritte, zu viel Geräusch, zu viel Risiko. Zwei Teams. Eines für die Beweise, eines für die Gefangenen. Verbindung nur, wenn unbedingt nötig. Sobald man merkt, dass etwas geschieht, wird es versuchen, beides gegeneinander auszuspielen.“ Er wusste, wie kalt das klang, und mochte es nicht. Zwei Teams bedeuteten Trennung. Trennung bedeutete Unsicherheit. Unsicherheit bedeutete, dass Entscheidungen getroffen werden mussten, ohne alle Informationen zu haben. Aber der Plan verlangte Beweglichkeit, nicht Stärke. Eine Armee unter der Arena würde scheitern, bevor sie die erste Käfigreihe erreichte. Ein paar Menschen, die wussten, wann sie gehen und wann sie stehen bleiben mussten, hatten vielleicht eine Chance. Vielleicht. Dieses Wort begleitete jede gute Strategie öfter, als Generäle zugaben.

    Er ging um das Hologramm herum, langsam genug, dass niemand es als Drängen verstehen musste, und hielt an einer der Wandkarten inne. Die Markierungen dort waren älter, weniger geordnet. Einige zeigten Monsterbewegungen, andere verschwundene Patrouillen, wieder andere Bereiche, in denen Geräusche gemeldet worden waren, die nicht zu den bekannten Kreaturen passten. Obi-Wan betrachtete diese Zeichen lange. Monster. Das Wort war bequem. Es machte das Unbekannte kleiner, machte Schuld einfacher, machte Grausamkeit leichter verkäuflich. Doch die Macht unterschied nicht so sauber zwischen Gestalt und Wesen. In den Tiefen der Mine lagen Schmerz, Hunger, Wut, Angst und etwas, das älter war als die Arena. Nicht jedes Wesen dort unten würde verhandeln. Nicht jedes wollte gerettet werden. Aber nicht jedes war der Feind. „Wer auch immer mit uns geht“, sagte er schließlich, „muss verstehen, dass wir dort unten nicht auf eine einzige Seite treffen werden. Einige werden kämpfen, weil sie dem Abyss dienen. Einige, weil sie gebrochen wurden. Einige, weil sie uns nicht von ihren Peinigern unterscheiden können. Wer in jedem Schatten nur einen Feind sieht, wird uns alle gefährden.“ Das war der Satz, von dem er wusste, dass er am wenigsten willkommen sein würde. Er sagte ihn trotzdem. Ein Jedi, der nur dann zur Mäßigung mahnte, wenn sie leicht war, war nichts weiter als ein höflicher Zuschauer. Saws Gesicht blieb hart, und Obi-Wan erwartete nichts anderes. Es war nicht seine Aufgabe, diesen Mann in einem einzigen Gespräch zu verwandeln. Es genügte, wenn der nächste Schritt nicht in einem Einsturz endete. Während die Partisanen begannen, leiser miteinander zu sprechen, Routen zu vergleichen und Zahlen zu nennen, trat Obi-Wan einen halben Schritt zurück. Nicht aus Rückzug, sondern um das Ganze zu sehen: die Karte, Padmé am Rand des Hologramms, Saw wie ein dunkler Anker gegenüber, die Verletzten, die Waffen, die flackernden Linien nach unten. Über ihnen vibrierte erneut der Stein, diesmal begleitet von einem fernen Geräusch, das Jubel sein mochte oder ein Aufschrei, gedämpft durch zu viele Schichten von Fels. Die Arena arbeitete weiter. Sie wartete nicht auf moralische Klarheit. Niemand in Ketten hatte den Luxus, auf einen perfekten Plan zu hoffen. Obi-Wan atmete langsam ein, spürte den Staub in der Luft, das Metall, die Angst, die Wut, die Erwartung. Dann griff er unter seine Robe und zog einen kleinen, beschädigten Komlink hervor. Er hatte ihn seit dem letzten Signal mehrmals überprüft, ohne Ergebnis. Nun tat er es noch einmal, nicht weil er glaubte, dass sich plötzlich etwas geändert hatte, sondern weil Sorge manchmal in kleinen, nutzlosen Handlungen Zuflucht suchte. Nur Rauschen antwortete ihm. Ein kurzes, statisches Flackern, dann nichts. Für einen Moment war Anakin wieder sehr gegenwärtig: sein ungeduldiger Blick, das schiefe Lächeln, die Art, wie er Gefahr nicht suchte und ihr doch fast beleidigt entgegentrat, wenn sie es wagte, jemand anderen zuerst zu erreichen. Obi-Wan senkte den Komlink, bevor sein Schweigen zu lange sichtbar werden konnte. Er durfte nicht zulassen, dass diese Sorge ihn zerriss. Wenn Anakin in Schwierigkeiten war, würde ein überstürzter Schritt ihn nicht retten. Wenn Anakin hier irgendwo eine Spur gefunden hatte, dann führte sie vielleicht ohnehin in dieselbe Dunkelheit, auf die die schwarze Linie zeigte. Dieser Gedanke beruhigte ihn nicht. Aber er gab der Sorge eine Richtung. „Wir brechen nicht blind auf“, sagte er, mehr zu sich selbst als zu den anderen, doch laut genug, dass es den Raum erreichte. „Zuerst brauchen wir die aktuellsten Wachwechsel, alles, was Ihr über die unteren Käfige wisst, und jemanden, der die alten Bibliothekszugänge ohne Karte erkennt. Danach gehen wir hinein, bevor die Arena seinen nächsten großen Kampf beginnt.“ Er sah wieder auf das Hologramm, auf die Arena, auf die Käfige darunter. Wenn Anakin irgendwo in diesem Netz aus imperialen Transporten, Partisanenspuren und Colosseums Geheimnissen verschwunden war, dann durfte Obi-Wan ihn nicht als getrennte Sorge behandeln. Alles auf dieser Insel war miteinander verbunden: die Besatzung, die Arena, die Mine, die Bibliothek, die verschwundenen Gefangenen, die Rekrutierungen, Ares’ unsichtbare Hand im Zorn der Insel. Vielleicht war Anakins Schweigen nur ein weiterer Faden in demselben Knoten. Vielleicht war es der Faden, der sie alle tiefer hineinziehen würde. Obi-Wan schloss die Finger um den Komlink, bis die Kanten gegen seine Haut drückten, und ließ ihn dann los. Nicht loslassen im Inneren. Nur äußerlich. Ein Jedi konnte sich Sorge nicht verbieten, aber er konnte entscheiden, was er mit ihr tat. Er würde sie nicht in Hast verwandeln. Noch nicht. Stattdessen legte er seine Aufmerksamkeit auf die schwarze Linie, auf den Eingang unter der Bibliothek, auf die Entscheidung, die nun vor ihnen lag. „Wenn wir diesen Weg nehmen“, sagte er ruhig, „dann nicht, um den Abyss zu besiegen. Noch nicht. Wir gehen hinein, um diejenigen herauszuholen, die noch eine Wahl haben sollten. Und um zu beweisen, wer sie ihnen genommen hat.“ Er schwieg danach, denn mehr Worte hätten den Augenblick nur beschwert. Über ihnen bebte die Stadt erneut, fern, grausam, lebendig. Unter ihnen wartete die Dunkelheit. Und irgendwo zwischen beidem, verborgen in Rauschen, Stein und Krieg, blieb Anakin Skywalker verschwunden.


    Gehe zu:


    Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste