
Obi-Wan hatte Padmé nicht unterbrochen. Nicht, weil er nichts zu sagen gehabt hätte, und auch nicht, weil die Worte der Partisanen ihn weniger beunruhigten als sie. Im Gegenteil. Je länger er in diesem niedrigen, von Kabeln, Staub und flackernden Hologrammen durchzogenen Raum stand, desto deutlicher spürte er, wie dünn die Grenze zwischen Widerstand und Vergeltung geworden war. Sie verlief nicht auf der Karte, nicht entlang der schwarzen Linie unter der Bibliothek und auch nicht zwischen den roten Markierungen der imperialen Kontrollposten. Sie verlief durch jeden einzelnen Menschen in diesem Raum. Durch Saw Gerrera, dessen Zorn eine Form angenommen hatte, die sich kaum noch von Überzeugung unterscheiden ließ. Durch die Partisanen, die mit schlecht verbundenen Wunden und zu festen Griffen um ihre Waffen warteten, als könne allein Entschlossenheit sie vor dem nächsten Verlust schützen. Durch Padmé, die selbst in dieser unterirdischen Enge eine Art von Klarheit bewahrte, die gefährlicher sein konnte als jede Klinge, weil sie Männer zwang, die Rechtfertigungen anzusehen, hinter denen sie sich verbargen. Und, wenn Obi-Wan ehrlich war, auch durch ihn selbst. Es wäre leichter gewesen, den Plan der Partisanen nur als falsch zu betrachten. Leichter, ihn mit der ruhigen Gewissheit eines Jedi abzulehnen, als hätte die Galaxis ihm nicht längst gezeigt, wie oft Verzweiflung dort Wurzeln schlug, wo Geduld nur noch ein anderes Wort für Untergang war. Er verstand Saws Absicht nicht gut genug, um ihr zu vertrauen, aber zu gut, um sie einfach zu verachten. Der Abyss war kein gewöhnliches Übel. Die Arena war eine Maschine, die Körper, Angst, Ehrgeiz und Schmerz fraß und daraus Unterhaltung machte. Der Zirkus des Schicksals war kein Auswuchs dieses Systems, sondern seine Spiegelung. Menschen fingen Monster, Monster fingen Menschen, und irgendwo zwischen beiden Seiten saßen jene, die am meisten davon profitierten, dass die Opfer einander nicht mehr von den Tätern unterscheiden konnten. Obi-Wan betrachtete das Hologramm, die dunkle Linie, die Padmé gewählt hatte, und ließ seinen Blick einen Moment länger auf dem Abschnitt ruhen, der unterhalb der Bibliothek in die alten Rohrschächte führte. Etwas dort unten war nicht still. Er spürte es nicht als klare Warnung, nicht als Vision, nicht als die unmissverständliche Berührung der Macht, die ihn manchmal im Bruchteil eines Herzschlags handeln ließ. Es war vielmehr ein Druck, tief und dumpf, als läge unter NiJedha eine Erinnerung, die zu lange eingeschlossen gewesen war. Die Bibliothek bewahrte Wissen, ja, aber der Stein darunter bewahrte Schmerz. In den alten Minen regte sich etwas, das nicht nur aus den Monstern bestand, die man dort zurückgedrängt hatte.
Ares’ Einfluss lag über Colosseus wie Hitze vor einem Sturm, schwer zu greifen und doch überall, besonders in jenen Augenblicken, in denen Zorn vernünftig zu klingen begann. Obi-Wan hatte genug Schlachtfelder gesehen, um zu wissen, dass Krieg selten mit einer Lüge begann, die sich wie eine Lüge anhörte. Meist begann er mit etwas, das beinahe wahr war. Jemand musste aufgehalten werden. Jemand musste zahlen. Jemand musste den ersten Schlag führen, bevor alles verloren war. Die gefährlichsten Sätze der Galaxis waren selten die, die von Hass sprachen. Es waren die, die Notwendigkeit beschworen. Er trat näher an die Projektion heran, nicht hastig, nicht zögerlich, sondern mit jener kontrollierten Ruhe, die ihm in Ratssälen, Kampffeldern und feindlichen Hangars gleichermaßen mehr als einmal das Leben gerettet hatte. Das blaue Licht des Hologramms zeichnete Linien über seine Robe, über seine Hände, über den Griff seines Lichtschwerts, der unter dem Stoff verborgen blieb und doch schwerer wog als gewöhnlich. Er war sich bewusst, wie viele Blicke ihm folgten. Für die Partisanen war er nicht nur ein Mann. Er war ein Jedi, und das bedeutete je nach Erfahrung Hoffnung, Misstrauen, Enttäuschung oder eine Waffe, die man gern auf der eigenen Seite sehen wollte. Gerade deshalb hielt er seine Haltung offen, die Hände sichtbar, die Stimme ruhig, als er endlich sprach.
„Senatorin Amidala hat recht in einem Punkt, den wir uns nicht leisten können zu übergehen. Wenn der Abyss fällt, bevor die Wahrheit aus seinen Fundamenten gezogen wurde, wird jeder, der dort stirbt, Teil einer Geschichte, die andere erzählen.“ Es war nicht viel, und er ließ es dabei bewenden, weil er wusste, dass jeder Satz zu viel wie Belehrung klingen konnte. Saw mochte Männer verachten, die aus sicherer Entfernung von Maß und Mäßigung sprachen. Obi-Wan konnte es ihm nicht ganz verdenken. Doch er sprach nicht aus sicherer Entfernung. Er stand in demselben Raum, unter demselben Stein, zwischen denselben Entscheidungen. Sein Blick glitt über die Karte, zu den südlichen Stützpfeilern, dann zu den imperialen Sensoren am westlichen Zugang und schließlich zu den alten Minenkammern im Norden.
„Der westliche Weg wird zu früh Alarm auslösen. Selbst wenn die Sensoren gestört werden, werden die Imperialen bemerken, dass jemand wollte, dass sie blind sind. Der südliche Schacht ist schneller, aber instabil genug, dass eine größere Gruppe ihn wahrscheinlich nicht übersteht. Der nördliche Zugang…“ Er schwieg einen Moment, nicht theatralisch, sondern weil die Macht dort dunkler rauschte, als hätte etwas in der Tiefe auf seinen Blick geantwortet.
„Der nördliche Zugang sollte gemieden werden, solange wir nicht wissen, was dort wartet.“ Mehr erklärte er nicht. Nicht vor allen. Es gab Warnungen, die nur dann Gewicht hatten, wenn man sie nicht mit Begriffen überlud, denen andere ohnehin nicht vertrauten.
Saw sah ihn scharf an, und Obi-Wan bemerkte, wie dessen Aufmerksamkeit für einen Augenblick von Padmé auf ihn wechselte, prüfend, abwägend, misstrauisch. Das war in Ordnung. Misstrauen war unter diesen Umständen beinahe gesund.
„Dann bleibt der schwarze Tunnel“, stellte einer der Partisanen fest, ein Mann mit einer Brandnarbe entlang des Halses und einer Stimme, die rau genug war, um zu verraten, dass Rauch oder Schreie sie beschädigt hatten. Obi-Wan nickte langsam.
„Er bleibt der einzige Weg, der uns in die Nähe der Gefangenen bringt, bevor man weiß, dass jemand kommt.“ Er sah wieder auf die unteren Ebenen der Arena. Die Darstellung war unvollständig. Nicht zufällig unvollständig, sondern absichtlich. Manche Bereiche waren zu sauber ausgelassen, manche Gänge endeten an Stellen, an denen keine Wand sein konnte, und zwei der eingezeichneten Versorgungskorridore führten in einem Winkel zueinander, der baulich keinen Sinn ergab, es sei denn, dazwischen lag ein verborgener Raum. Oder eine Schleuse. Oder eine Falle. Die Arena hatte gelernt, sich zu verstecken, nicht vor Besuchern, sondern vor denen, die es durchschauen wollten.
„Die Archive müssen zuerst gesichert werden“, sagte Obi-Wan nach einer Weile.
„Nicht alle. Nur das, was beweist, wie die Gefangenen dorthin gebracht wurden, wer daran beteiligt ist und wohin jene verschwinden, die nicht mehr in der Arena auftauchen. Namen, Transportwege, Zahlungen, Rekrutierungslisten. Alles andere wird warten müssen.“ Es missfiel ihm, das zu sagen. Ein Teil von ihm wollte jedes Fragment Wissen aus dieser belagerten Bibliothek schützen, jedes alte Manuskript, jede Datei, jedes Echo einer Zivilisation, die vielleicht nur noch dort existierte. Doch eine Rettungsmission scheiterte, wenn sie versuchte, alles auf einmal zu retten. Das war eine Wahrheit, die er nur ungern akzeptierte und doch oft genug hatte lernen müssen. Sein Gedanke streifte Anakin, so plötzlich, dass seine Hand sich beinahe unmerklich schloss. Anakin hätte diesen Raum gehasst. Nicht wegen der Gefahr, nicht wegen der Enge, nicht einmal wegen der Waffen, sondern wegen der Zeit, die zwischen Erkenntnis und Handlung lag. Er hätte die Käfige auf der Karte gesehen und schon den Weg gesucht, nicht den sicheren, sondern den schnellsten. Er hätte Padmés Worte gehört, Saws Zorn gespürt und sich irgendwo zwischen beiden entzündet, überzeugt, dass genug Mut jedes Risiko rechtfertigte. Und Obi-Wan wusste nicht, wo er war. Dieser Gedanke lag seit Stunden unter allem, was er tat, sorgfältig verborgen, aber niemals verschwunden. Anakin war nach ihrem letzten Austausch nicht zurückgekehrt. Eine kurze Nachricht, verstümmelt durch Störungen, hatte von imperialen Frachtbewegungen gesprochen, dann nur noch Rauschen, Dunkelheit und Obi-Wan fand sich in dieser Welt wieder. Die Macht um Colosseus war unruhig, und jedes Mal, wenn Obi-Wan nach seinem ehemaligen Padawan tastete, fand er keinen klaren Faden, sondern Hitze, Metall, Lärm, eine Ferne, die sich nicht deuten ließ. Sorge war für einen Jedi kein nützlicher Begleiter, aber sie war auch kein Fremder. Man konnte sie nicht durch Lehre aus dem Herzen schneiden. Man konnte nur verhindern, dass sie das Steuer übernahm.
Er zwang sich zurück in den Raum, zurück zur Karte, zurück zu den Leben, die jetzt vor ihnen lagen, nicht zu dem einen Leben, dessen Abwesenheit ihm schwerer auf der Brust lag, als er zeigen durfte.
„Wir sollten davon ausgehen, dass die Imperialen bereits nervös sind“, fuhr er fort, und seine Stimme verriet nichts von dem Gedanken, der noch immer in ihm nachhallte.
„Wenn sich Gerüchte über Partisanenbewegungen mit Unruhe in der Arena verbinden, werden sie ihre Kontrollpunkte verdichten. Sie müssen nicht wissen, was wir vorhaben, um uns versehentlich den Weg abzuschneiden.“ Einer der jüngeren Kämpfer murmelte etwas über Sturmtruppen und deren Blindheit, doch Obi-Wan überging es nicht aus Arroganz, sondern weil Spott auf dem Schlachtfeld selten lange überlebte.
„Unterschätzt sie nicht. Die Besatzung von NiJedha mag grob wirken, aber sie ist nicht zufällig. Panzer in heiligen Straßen sind keine reine Machtdemonstration. Sie sind eine Botschaft. Wer hier Widerstand leistet, soll glauben, dass selbst seine heiligsten Orte bereits besiegt sind.“ Sein Blick hob sich zum Gewölbe, als könne er durch Stein und Rohrleitungen hindurch den Großen Tempel spüren. Ein Ort des Glaubens, umstellt von Soldaten. Eine Bibliothek, die Wissen bewahrte, während darunter Gefangene auf ihre Verwendung warteten. Die Ironie war so bitter, dass selbst ein weniger zynischer Mann sie hätte schmecken können.
„Dann sorgen wir dafür, dass diese Botschaft Risse bekommt.“ Es war Saw, der das sagte, oder vielleicht einer seiner Leute; Obi-Wan sah nicht sofort hin, denn sein Blick blieb auf einem kleinen Abschnitt der Karte hängen, der nahe an der Grenze zwischen Bibliothekskern und alten Schächten lag. Dort war eine Wartungskammer eingezeichnet, zu klein für einen Sammelpunkt, zu nah am Hauptrohr, um ungefährlich zu sein, aber ideal, um eine Gruppe aufzuteilen. Von dort aus führten zwei Linien weiter: eine abwärts zu den Gefangenenebenen, eine seitlich zu einem Archivknoten, der wahrscheinlich mit den Datenbanken der Arena verbunden war. Obi-Wan deutete darauf.
„Hier. Wenn dieser Knoten noch aktiv ist, kann eine kleine Gruppe die Daten sichern, während die andere zu den Käfigen weitergeht. Keine große Einheit. Zu viele Schritte, zu viel Geräusch, zu viel Risiko. Zwei Teams. Eines für die Beweise, eines für die Gefangenen. Verbindung nur, wenn unbedingt nötig. Sobald man merkt, dass etwas geschieht, wird es versuchen, beides gegeneinander auszuspielen.“ Er wusste, wie kalt das klang, und mochte es nicht. Zwei Teams bedeuteten Trennung. Trennung bedeutete Unsicherheit. Unsicherheit bedeutete, dass Entscheidungen getroffen werden mussten, ohne alle Informationen zu haben. Aber der Plan verlangte Beweglichkeit, nicht Stärke. Eine Armee unter der Arena würde scheitern, bevor sie die erste Käfigreihe erreichte. Ein paar Menschen, die wussten, wann sie gehen und wann sie stehen bleiben mussten, hatten vielleicht eine Chance. Vielleicht. Dieses Wort begleitete jede gute Strategie öfter, als Generäle zugaben.
Er ging um das Hologramm herum, langsam genug, dass niemand es als Drängen verstehen musste, und hielt an einer der Wandkarten inne. Die Markierungen dort waren älter, weniger geordnet. Einige zeigten Monsterbewegungen, andere verschwundene Patrouillen, wieder andere Bereiche, in denen Geräusche gemeldet worden waren, die nicht zu den bekannten Kreaturen passten. Obi-Wan betrachtete diese Zeichen lange. Monster. Das Wort war bequem. Es machte das Unbekannte kleiner, machte Schuld einfacher, machte Grausamkeit leichter verkäuflich. Doch die Macht unterschied nicht so sauber zwischen Gestalt und Wesen. In den Tiefen der Mine lagen Schmerz, Hunger, Wut, Angst und etwas, das älter war als die Arena. Nicht jedes Wesen dort unten würde verhandeln. Nicht jedes wollte gerettet werden. Aber nicht jedes war der Feind.
„Wer auch immer mit uns geht“, sagte er schließlich,
„muss verstehen, dass wir dort unten nicht auf eine einzige Seite treffen werden. Einige werden kämpfen, weil sie dem Abyss dienen. Einige, weil sie gebrochen wurden. Einige, weil sie uns nicht von ihren Peinigern unterscheiden können. Wer in jedem Schatten nur einen Feind sieht, wird uns alle gefährden.“ Das war der Satz, von dem er wusste, dass er am wenigsten willkommen sein würde. Er sagte ihn trotzdem. Ein Jedi, der nur dann zur Mäßigung mahnte, wenn sie leicht war, war nichts weiter als ein höflicher Zuschauer. Saws Gesicht blieb hart, und Obi-Wan erwartete nichts anderes. Es war nicht seine Aufgabe, diesen Mann in einem einzigen Gespräch zu verwandeln. Es genügte, wenn der nächste Schritt nicht in einem Einsturz endete. Während die Partisanen begannen, leiser miteinander zu sprechen, Routen zu vergleichen und Zahlen zu nennen, trat Obi-Wan einen halben Schritt zurück. Nicht aus Rückzug, sondern um das Ganze zu sehen: die Karte, Padmé am Rand des Hologramms, Saw wie ein dunkler Anker gegenüber, die Verletzten, die Waffen, die flackernden Linien nach unten. Über ihnen vibrierte erneut der Stein, diesmal begleitet von einem fernen Geräusch, das Jubel sein mochte oder ein Aufschrei, gedämpft durch zu viele Schichten von Fels. Die Arena arbeitete weiter. Sie wartete nicht auf moralische Klarheit. Niemand in Ketten hatte den Luxus, auf einen perfekten Plan zu hoffen. Obi-Wan atmete langsam ein, spürte den Staub in der Luft, das Metall, die Angst, die Wut, die Erwartung. Dann griff er unter seine Robe und zog einen kleinen, beschädigten Komlink hervor. Er hatte ihn seit dem letzten Signal mehrmals überprüft, ohne Ergebnis. Nun tat er es noch einmal, nicht weil er glaubte, dass sich plötzlich etwas geändert hatte, sondern weil Sorge manchmal in kleinen, nutzlosen Handlungen Zuflucht suchte. Nur Rauschen antwortete ihm. Ein kurzes, statisches Flackern, dann nichts. Für einen Moment war Anakin wieder sehr gegenwärtig: sein ungeduldiger Blick, das schiefe Lächeln, die Art, wie er Gefahr nicht suchte und ihr doch fast beleidigt entgegentrat, wenn sie es wagte, jemand anderen zuerst zu erreichen. Obi-Wan senkte den Komlink, bevor sein Schweigen zu lange sichtbar werden konnte. Er durfte nicht zulassen, dass diese Sorge ihn zerriss. Wenn Anakin in Schwierigkeiten war, würde ein überstürzter Schritt ihn nicht retten. Wenn Anakin hier irgendwo eine Spur gefunden hatte, dann führte sie vielleicht ohnehin in dieselbe Dunkelheit, auf die die schwarze Linie zeigte. Dieser Gedanke beruhigte ihn nicht. Aber er gab der Sorge eine Richtung.
„Wir brechen nicht blind auf“, sagte er, mehr zu sich selbst als zu den anderen, doch laut genug, dass es den Raum erreichte.
„Zuerst brauchen wir die aktuellsten Wachwechsel, alles, was Ihr über die unteren Käfige wisst, und jemanden, der die alten Bibliothekszugänge ohne Karte erkennt. Danach gehen wir hinein, bevor die Arena seinen nächsten großen Kampf beginnt.“ Er sah wieder auf das Hologramm, auf die Arena, auf die Käfige darunter. Wenn Anakin irgendwo in diesem Netz aus imperialen Transporten, Partisanenspuren und Colosseums Geheimnissen verschwunden war, dann durfte Obi-Wan ihn nicht als getrennte Sorge behandeln. Alles auf dieser Insel war miteinander verbunden: die Besatzung, die Arena, die Mine, die Bibliothek, die verschwundenen Gefangenen, die Rekrutierungen, Ares’ unsichtbare Hand im Zorn der Insel. Vielleicht war Anakins Schweigen nur ein weiterer Faden in demselben Knoten. Vielleicht war es der Faden, der sie alle tiefer hineinziehen würde. Obi-Wan schloss die Finger um den Komlink, bis die Kanten gegen seine Haut drückten, und ließ ihn dann los. Nicht loslassen im Inneren. Nur äußerlich. Ein Jedi konnte sich Sorge nicht verbieten, aber er konnte entscheiden, was er mit ihr tat. Er würde sie nicht in Hast verwandeln. Noch nicht. Stattdessen legte er seine Aufmerksamkeit auf die schwarze Linie, auf den Eingang unter der Bibliothek, auf die Entscheidung, die nun vor ihnen lag.
„Wenn wir diesen Weg nehmen“, sagte er ruhig,
„dann nicht, um den Abyss zu besiegen. Noch nicht. Wir gehen hinein, um diejenigen herauszuholen, die noch eine Wahl haben sollten. Und um zu beweisen, wer sie ihnen genommen hat.“ Er schwieg danach, denn mehr Worte hätten den Augenblick nur beschwert. Über ihnen bebte die Stadt erneut, fern, grausam, lebendig. Unter ihnen wartete die Dunkelheit. Und irgendwo zwischen beidem, verborgen in Rauschen, Stein und Krieg, blieb Anakin Skywalker verschwunden.